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Denke ich über einen Lehrabbruch nach? 

Das Lehrverhältnis kann jederzeit in gegenseitigem Einverständnis der Vertragsparteien aufgelöst werden. Wenn der Bildungserfolg gefährdet ist, sprich mit dem/der Berufsbildner/in. Das Berufsbildungsamt wird dich und den Arbeitgeber anhören und über eine fachkundige individuelle Begleitung entscheiden. Das gilt auch dann, wenn der/die Berufsbildner/in die gesetzlichen Vorschriften nicht einhalten kann (OR 346 / BBG 14).

Ein Lehrabbruch ist eine wichtige Entscheidung. Darum solltest du sie sorgfältig abwägen und nicht aus einer Laune heraus kündigen. Überlege dir genau, warum du die Ausbildung abbrechen willst: Kommst du in der Schule nicht mit? Fühlst du dich im falschen Beruf? Entspricht der Arbeitsalltag nicht deinen Erwartungen? Hast du bereits eine neue Lösung? Schau dich vor dem Abbruch nach Alternativen um und informiere dich gründlich. Sprich mit deinen Eltern oder anderen Vertrauenspersonen, zum Beispiel mit einer Lehrperson. Verschaffe dir einen Überblick über verschiedene Angebote und hole dir Unterstützung. Wende dich am besten schon vor der Kündigung an eine Berufsberaterin oder einen Ausbildungsberater. Das gibt dir Mut für deinen weiteren Weg und hilft, eine drohende Krise zu verhindern. Ohne neue Lösung hast du vielleicht zunächst viel freie Zeit, die du genießen kannst – langfristig könnte die Situation aber belastend werden.

Wenn der Lehrvertrag aufgelöst wird, muss der Lehrbetrieb das Berufsbildungsamt und die Berufsfachschule sofort schriftlich darüber informieren. Besprich mit dem Berufsbildungsamt, ob und unter welchen Bedingungen du die Berufsfachschule weiterhin besuchen kannst. Falls du deine Lehre auf demselben Beruf fortsetzen möchtest, ist das Berufsbildungsamt zuständig. Falls dein Lehrberuf nicht der Richtige ist für dich, dann informiere dich bei der Berufsberatung über andere Ausbildungen. Lass dich dort auch zu speziellen Angeboten für Lernende nach dem Lehrabbruch beraten. Vielleicht kommt für dich das 10. Schuljahr in Frage. Wenn du keine neue Lösung hast, kannst du dich bei deinem RAV melden. Dort wirst du zu möglichen Lösungen beraten. Egal, wie du dich entscheidest: Es ist wichtig, dass du möglichst wieder eine Ausbildung beginnst und diese abschliesst. Mit einer Berufsausbildung hast du einen besseren Stand auf dem Arbeitsmarkt, und früher oder später wirst du zu besseren Bedingungen beschäftigt.